Transaktionsanalyse

heißt:

menschliche Kommunikation verstehen.

Die Konzepte und Modelle der Transaktionsanalyse stützen sich auf die übereinstimmenden philosophischen Grundannahmen, wie sie im Menschenbild der Transaktionsanalyse beschrieben sind.

 

Was ist Transaktionsanalyse?

Ein psychotherapeutisches Verfahren mit humanistischem Hintergrund auf der Basis entwicklungspsychologischer und tiefenpsychologischer Denkmodelle. Eingeschlossen ist Gedankengut aus der Tiefenpsychologie, Gestalttheorie, Verhaltenstherapie und systemischen Ansätzen. Wenn Sie hier lesen, sind wir schon in Transaktion.

 

Begründet  wurde diese Methode - eine psychologische Theorie der menschlichen Persönlichkeitsstruktur - Anfang der 50 er Jahre von dem kanadischen Psychiater Erik Berne (Eric Lennard Bernstein, 1910 - 1970). Er war ausgebildet als klassischer Psychoanalytiker und in Lehranalyse bei Paul Federn und Eric Erikson. Eric Berne ersetzte die klassischen Behandlungsmethoden der Psychoanalyse nach und nach durch neue Techniken und Kurzbehandlungsmethoden. Dies gelang durch seine Fähigkeiten: Ein hohes Maß an Intuition und kreativem Denken sowie glänzende Beobachtungsgabe außerordentliche Intelligenz und hohes, präzises Analysevermögen. Seine rebellische Eigenständigkeit ermöglichte es eigene Themen zur Persönlichkeitslehre zu entwickeln.

 

Berne entwickelte ein Konzept des menschlichen Verhaltens und der Heilung. Er kam zu der Ansicht, dass die Transaktionsanalyse bei der Heilung des Patienten die Hauptrolle spiele und zuletzt führte er Skriptanalyse ohne psychoanalytische Methoden aus.

 

Schon zu Lebzeiten Bernes beeinflussten verschiedene Transaktionsanalytiker die weitere Entwicklung und bis heute wird sie weiterentwickelt.

 

Durch anschauliche psychologische Konzepte können Menschen ihre erlebte Wirklichkeit spiegeln, analysieren und verändern. So z.B. wurde das Modell von F. English (1981) um das Modell der Maschenanalyse und die Charaktertypologie erweitert in übersichere oder untersichere Beziehungsgestaltung. Im Symbiosemodell werden Beziehungsstrukturen auf Basis des Strukturmodells 1. und 2. Ordnung analysiert.

 

 

Als Basis entwickelte Eric Berne drei Grundannahmen, die für die damaligen Verhältnisse in der Psychiatrie bahnbrechend waren und durch die das Verhältnis von Psychologen und ihren Klienten deutlich humaner wurde:

 

1)    Alle Menschen werden mit einem guten und gesunden Potential geboren. Menschen sind o.k., können denken und über ihr Schicksal entscheiden, ihre Entscheidungen also auch verändern.

 

2)    Auch Menschen mit emotionalen Problemen sind vollwertige, intelligente Menschen - Dieses Prinzip konsequent verinnerlicht, ermöglicht es anderen gegenüber eine respektvolle und akzeptierende Haltung aufzubauen.

 

3)    Alle emotionalen Schwierigkeiten sind heilbar - ein ausreichendes Wissen und geeignete Methoden vorausgesetzt.

 

 

 

 

 

Die 4 Grundeinstellungen

 

 

1.     Ich bin o.k. - du bist o.k.  Dies ist der ideale Ansatz. Wir würdigen unseren eigenen Wert und auch den Wert anderer Menschen. Die Voraussetzung für ein förderliches Miteinander und ein glückliches Leben.

 

2.     Ich bin o.k. - du bist nicht o.k.  Man erhöht den eigenen Wert, und wertet andere ab. Das endet mit Aggressivität bis hin zur Kriminalität.

 

3.     Ich bin nicht o.k. - Du bist o.k.  Man erhöht den Wert der anderen, wertet sich selbst ab. Das führt zu Ohnmacht, Abhängigkeit und Selbstanklage.

 

4.     Ich bin nicht o.k. - Du bist nicht o.k.  Niemand hat Wert so wie er ist. Das führt zu Depressionen bis hin zur Suizidneigung.

 

Es war Bernes Anliegen eine verständliche Sprache zu finden, die nicht nur Fachleuten, sondern auch Patienten zugänglich war. Die Gleichwertigkeit von Therapeut und Patient ohne das übliche Abhängigkeitsverhältnis. Als Basis der gemeinsamen Arbeit sah er den gegenseitigen Respekt, das Ziel ist die Autonomie des Klienten. Er  vervollständigte die Theorie und entdeckte die Bedeutung von Streicheleinheiten (strokes), Zeitstrukturierung, Transaktionen, Spielen und Skripts.

 

Als Eric Berne starb, hinterließ er ein Denkmodell, das er „Transaktionsanalyse“ (TA) nannte und das vier grundlegende Konzepte umspannte. Dies waren:

 

1)    Strukturanalyse

2)    Transaktionsanlyse

3)    Spielanalyse

4)    Skriptanalyse

 

 

 

 

Was sind Transaktionen?

 

Das eigentliche Modell beruht auf drei verschiedenen, so genannten „Ich-Zuständen“.

Eric Berne fand heraus, dass wir in der Kommunikation mit anderen zwischen verschiedenen Zuständen wechseln. Erkennbar ist das an Wortwahl, Tonfall und auch am Inhalt dessen, was wir sagen, sowie an unsere Mimik, Gestik und Körpersprache. Diese Verhaltensmuster sind meist nicht bewusst, zeigen sich nicht offensichtlich, laufen manchmal sehr versteckt. Die Kombinationen und Spielarten sind sehr vielfältig. Erst wer sich bewusst mit den Aus- und Wechselwirkungen befasst, kann Kommunikation (Missverständnisse) verstehen.

Laut dem Modell von Eric Berne reagiert der Mensch  auf augenblickliche Impulse und Situationen mit alten unbewussten Mustern aus der Kindheit. Dies sind bewusste, unbewusste, verbale und nonverbale Einheiten aller sozialen Verbindungen.  Wenn zwei Menschen miteinander reden, sind immer auch verschiedene Ich-Zustände beteiligt. Diese Transaktionen zeigen sich nicht immer offensichtlich, sie können auch versteckt ablaufen. Die Transaktionsanalyse stellt somit die Persönlichkeit als ein Modell von drei Ich-Zuständen dar.

 

Ich-Zustände sind nach Berne die ganze Art, wie jemand die Situation erlebt und sich verhält. Es stellt damit die Gesamtheit von Verhalten, Denken und Fühlen eines Menschen dar. Eric Berne unterscheidet drei Ich-Zustände:

·        Das Eltern-Ich - (exteropsychische Funktion)  ist das Verhalten, Denken und Fühlen, das von den Eltern und anderen Respektpersonen übernommen worden ist. In der Kommunikation äußert sich dies dann z.B. darin, dass wir unseren Gesprächspartner bevormunden, ihm sagen, was er tun soll, sein Verhalten missbilligen, uns fürsorglich und bemutternd geben u.ä. Umgangssprachlich ausgedrückt: „Jeder trägt in seinem Inneren seine Eltern mit sich herum.“

 

·        Das Erwachsenen-Ich - (neopsychische Funktion) ist das Verhalten, Denken und Fühlen, das direkt auf das Hier und Jetzt reagiert. In dem Zustand sind wir reif und können Situationen weitestgehend sachlich und objektiv sehen. Im Erwachsenen-Ich lebt und handelt der Mensch selbstbestimmt - dem Hier und Jetzt entsprechend. Kommunizieren wir in unserem Erwachsenen-Ich-Zustand, behandeln wir unser Gegenüber gleichwertig, respektvoll und sind sachlich-konstruktiv. Ist dieser Zustand aktiviert, kann jedes Individuum, auch Kinder, geistig Zurückgebliebenen und Schizophrenen ihre Fähigkeit zur objektiven Übermittlung von Informationen anwenden.

 

·        Das Kind-Ich -  (archäopsychische Funktion) ist der Zustand, wo Gefühle, Kreativität, Neugier und Phantasie, das Verhalten und Fühlen aus der Kindheit wirken.  Es ist das Verhalten und Fühlen, das aus der Kindheit herrührt und jetzt, hier und heute wieder abläuft. Wie wir unsere Eltern in uns tragen, so lebt in uns auch das Kind, das wir einmal waren. In dem Zustand reagieren wir dann uneinsichtig, trotzig, sind albern oder unsicher, aber auch phantasievoll, neugierig und voll Lerneifer. Jedes Individuum war früher einmal jünger als zum gegenwärtigen Zeitpunkt, und es besitzt in seinem Innern fixierte Relikte aus früherer Zeit; diese werden unter bestimmten Voraussetzungen wirksam. Umgangssprachlich: „Jeder trägt in seinem Inneren einen kleinen Jungen, bzw. ein kleines Mädchen mit sich herum.“

·         

Alle drei  Ich-Zustände bilden das Strukturmodell der Transaktionsanalyse, auch die Persönlichkeitsstruktur eines Menschen genannt. Vereinfacht können wir auch von einem Charakterbild sprechen.

Dieses Strukturmodell wird erweitert durch das Funktionsmodell, das zeigt, wie wir selbst oder andere das Funktionieren unserer Ich-Zustände heute erleben, bzw. beobachten können. Hierzu müssen wir die Ich-Zustände weiter unterteilen. Nämlich in das Funktionsmodell:

 

Und wozu analysieren? Um Missverständnisse zu vermeiden. Um nicht aneinander „vorbei zu reden“. Um zu erkennen, warum es zu dauerhaften Konflikten kommt oder wenn wir merken, dass wir uns nicht so verständlich machen können wie wir wollen. Dann bietet uns die Transaktionsanalyse Auswege aus dem Dilemma. Die Klärung (Analyse) kann zu Überraschungen führen.

 

Wir können die Ich-Zustände durch Übung und Selbstreflexion bewusst machen, verändern und durch befriedigende Transaktionen ersetzen. Die Transaktionsanalyse stellt somit die Persönlichkeit als ein Modell von drei Ich-Zuständen dar. Ich-Zustände sind nach Berne die ganze Art, wie man erlebt und sich verhält. Das Modell stellt damit die Gesamtheit von Verhalten, Denken und Fühlen eines Menschen dar.

 

Mit der Strukturanalyse können Menschen in ihrer Eigenart mit Hilfe der Ich-Zustände beschrieben und verstanden werden. Umgangssprachlich dient sie der Beschreibung von Charakteren und deren mannigfaltiger Erscheinungsformen. Sie liefert Regeln und das Verständnis, auf Menschen einzuwirken. Der Unterscheidung und Abgrenzung der Ich-Zustände.

 

Mit der Transaktionsanalyse lassen sich zwischenmenschliche Beziehungen mit und ohne Worte beobachten, beschreiben und verstehen. Sie dient der Analyse des zwischenmenschlichen Austausches in Kommunikationssituationen und  gibt Aufschluss, wie man sich auf Menschen einstellen oder auf sie einwirken kann.

 

 

Mit der Spielanalyse kann man sich immer wiederholende Verhaltens- und Verständigungsmuster beobachten, beschreiben und verstehen. Sie bietet Möglichkeiten des Verstehens und Ausstiegs aus diesen „Teufelskreisen“.

 

Das Skript ist der unbewusste Lebensplan. In der frühen Kindheit treffen wir Entscheidungen aufgrund unserer kindlichen Interpretationen des Verhaltens der Bezugspersonen. Dies ist die kreative Art des Kindes, das Überleben zu sichern. Im Erwachsenenhalter behindert es oft das autonome und gegenwartsbezogene Erleben und Handeln.

Das Lebensplanmodell - das „Skript“- beschreibt den unbewussten Lebensplan, der sich in sogenannten „Skriptglaubenssätzen“ manifestiert.

 

Mit der Skriptanalyse lassen sich die Zusammenhänge zwischen frühkindlichen Gegebenheiten, Erfahrungen und Verinnerlichungen eines Menschen und Struktur, Erleben und Verhalten desselben Menschen im Hier und Jetzt untersuchen, beschreiben und verstehen. Sie bietet Ansatzpunkte für eigenes Veränderungsbedürfnis. Sie dient der Milderung bzw. Auflösung pathologischer Skriptanteile.